Retatrutid gehört zu den Themen, bei denen die Details mehr zählen als die Schlagzeilen. Diese Seite bündelt Hintergrund, Wirkmechanismen und die praktischen Punkte, die am häufigsten gefragt werden.
Geprüft am 2026-04-06. Was noch umstritten ist, wird als umstritten gekennzeichnet.
Injektionsassoziierte Tumoren treten vor allem in der Unterhaut (alle Katzenimpfstoffe werden dorthin verabreicht) und an den bevorzugten Impflokalisationen (zwischen den Schulterblättern, seitliche Rumpfwand, Oberschenkel) auf. Sie sind durch ein exzessives Wachstum von Fibroblasten und Myofibroblasten gekennzeichnet und verhalten sich aggressiver als andere Fibrosarkome. An Injektionsstellen können aber auch andere Sarkome wie Osteosarkome, Chondrosarkome und Rhabdomyosarkome auftreten, die ebenfalls zu den FISS gehören, aber deutlich seltener als Fibrosarkome sind. Injektionsassoziierte Sarkome kommen nahezu exklusiv bei Katzen vor, für andere Tierarten wie Frettchen oder Haushunde gibt es nur vereinzelte Fallberichte. Die injektionsassoziierten Fibrosarkome sind histologisch durch spindelförmige Zellen mit unterschiedlicher Zellgestalt (Pleomorphie), mehrkernige Riesenzellen und eine knöcherne oder knorpelige Metaplasie gekennzeichnet. Die Zellteilungsrate (Mitoserate) ist meist hoch und Zelluntergangsgebiete (Nekrosen) sind häufig. Dabei neigt der Tumor weniger zur Ausbildung von Fernmetastasen, die dann meist in die Lunge, seltener in die regionären Lymphknoten oder Bauchorgane absiedeln. In der Mehrzahl der Fälle wächst der Tumor lokal infiltrativ in das umgebende Gewebe hinein. Die Ausbildung einer Pseudokapsel gibt ihm dabei häufig den Anschein einer guten Abgrenzung zum umliegenden Gewebe, Ausläufer des Tumorgewebes reichen aber entlang der Faszien weit über die Pseudokapsel hinaus.
Quellen: de.wikipedia.org
=== Nicht-Injektionsbedingte Sarkome === Bei nicht-Injektionsbedingten Sarkomen (feline non-injection-site sarcoma, FNISS) ist eine vorherige Injektion unwahrscheinlich oder zumindest nicht ermittelbar. Sie treten an allen Körperstellen auf. Man nimmt an, dass sie durch spontane genetische Veränderungen entstehen. Auch die FNISS wachsen infiltrativ, die Pleomorphie ist pathohistologisch aber weniger ausgeprägt und Entzündungsinfiltrate und Nekrosen sind seltener. Neben der Lokalisation an Rumpf und Gliedmaßen kommen Fibrosarkome auch in der Maulhöhle vor. Der Entstehungsmechanismus ist dort ebenfalls unklar, eine Beteiligung von Viren kann aber ausgeschlossen werden.
Quellen: de.wikipedia.org
=== Virusbedingte Sarkome === Weichteilsarkome können auch durch das zur den Retroviren gehörende feline Sarkomvirus (FeSV) ausgelöst werden. Typischerweise treten die virusbedingten Fibrosarkome an mehreren Körperstellen gleichzeitig auf und es sind vor allem junge und jugendliche Katzen betroffen. FeSV-induzierte Sarkome sind meist wenig differenziert und neigen früh zu Metastasen in die Lunge und andere Organe. Sie wachsen noch schneller und invasiver als die anderen Fbrosarkome. Sie können sich aber auch als große Solitärtumoren darstellen, die sich spontan wieder zurückbilden.
Quellen: de.wikipedia.org
== Häufigkeit == Sarkome sind bei Katzen die häufigsten Tumoren mit einem Anteil von 42 %. Das Fibrosarkom ist bei Katzen mit 15 bis 17 % der vierthäufigste Hauttumor und stellt mit etwa 40 % aller Fälle die zweithäufigste bösartige Tumorform der Haut bei Hauskatzen dar. Das erste als Impfreaktion entstandene Fibrosarkom bei Katzen wurde 1991 in den Vereinigten Staaten beschrieben, dies fällt zeitlich mit dem verstärkten Einsatz von Tollwut- und FeLV-Impfstoffen in den Vereinigten Staaten zusammen. Eine Übersichtsarbeit und Metaanalyse von 2026 ermittelte eine Häufigkeit von 8,8 Fälle auf 100.000 Impfungen. 2011 wurde erstmals ein solcher Tumor an der Implantationsstelle eines Mikrochips zur Tierkennzeichnung beobachtet. Es gibt keine Rasse- oder Geschlechtsdisposition. Daten aus der Schweiz und eines großen Diagnostiklabors in Deutschland zeigen in den letzten Jahren eine Abnahme der Häufigkeit der Erkrankung, was mit dem zunehmenden Einsatz von Impfstoffen ohne Adjuvanzien zusammenhängen könnte. Die Häufigkeit von FeSV-bedingten Sarkomen hat mit dem Rückgang der Häufigkeit von das Immunsystem schädigenden FeLV-Infektionen in den letzten Jahren ebenfalls abgenommen. Fibrosarkome der Maulhöhle sind bei Katzen wesentlich seltener als Plattenepithelkarzinome und auch deutlich seltener als beispielsweise beim Hund, sie machen bei Katzen etwa 6 bis 17 % der oralen Tumoren aus. Betroffene Tiere sind im Mittel 10 Jahre alt. Beim Menschen sind Weichteilsarkome selten, sie machen nur etwa 1 % der bösartigen Tumorerkrankungen aus.
Quellen: de.wikipedia.org
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